Wilder Südwesten

Schlagwort: Weihnachten

Heilig Abend

Da sitzt der alte Mann und ist bewegt. Nicht, weil der Himmel weihnachtlich grau ist. Nicht, wegen coronöser Tristesse. Nicht, weil Weihnachten wegen der Grenzprobleme noch einmal von der Familie getrennt gefeiert wird. Nicht, weil Kirche wieder mal fast ausfällt.
Ein bisschen von Adeline Dieudonné und ihrem Blick in den Rückspiegel.
Überwältigt ist er von den Weihnachtsgrüßen und Aufmerksamkeiten der Nachbarn, Freunde, entfernten Verwandten und früheren Mitarbeitern und Kollegen. Mehr als eine Dekade ist es her. Mit jedem Gruß geht ein Licht im Herzen auf.

Danke
Peter Mohler

Weihnachten und politischer Zynismus

Frohes Fest! Das muss gesagt werden und immer wieder gesagt werden, denn die zweitausend Jahre alte Botschaft kündet von Befreiung, Gleichheit, Gerechtigkeit und Liebe. Der Rest ist Muff von zweitausend Jahren unter den Talaren. Freuet Euch alle, nicht nur die Christenheit, denn die Nachricht ist klar: lasst Euch nichts, aber auch gar nichts von Talar- und Krawattenträgern und deren weiblichen Epigonen einreden. Damit sind wir beim Thema.

Schrecklich, diese Bilder von Lastwagenschlangen vor Dover. Nicht vergessen, in jedem der Laster sitzt mindestens ein Nachbar, ein Freund, ein Verwandter, ein Mensch, nicht eine Maschine. Warum stehen die da vor Weihnachten herum? Boris sei Dank. Ohne Not stellt er sich hin, zischelt etwas von 70% infektiöserer Variante, knallt einen Überlockdown seiner Bürgerschaft vor die Füße und hofft klammheimlich, dass die Nachbarn nervös werden. Denen kam das gerade recht, mal so richtig Krawall machen. Blitzartig alle Grenzen zu, Menschen über Nacht im Flughafen einsperren, schaut her, wie stark und mächtig wir sind. Pustekuchen. Kleingeister, Auf-die-nächste-Wahl-Gucker, ungebildeter gesellschaftlicher Bodensatz. Taub für der Virologen Beruhigung. Der ganze Zinnober auf dem Rücken von Menschen, Nachbarn, Verwandten, Freunden, Gästen.
Dem setzen wir ein Krönchen mit den Bildern von in den Wald getriebenen Flüchtlingen auf. Lieber lass ich doch ein paar Leute im Wald verrecken, als dass ich auf die Bilder verzichte mit der tollen Abschreckung für Leute, die meine Nachrichten nicht sehen wollen oder können. Kein Transport in eine vernünftige Unterkunft um die Ecke. Gruselig. Gott schütze unsere Kinder, dass sie dereinst nicht in einem fremden Wald an Weihnachten verrecken.
Der ganz große Preis geht an Boris den Schrecklichen. Nicht vergessen, es gab eine ausverhandelte Vereinbarung zwischen der EU und GB. Und dann kam Boris. Der wollte seinen Spaß wie einst auf der Uni. Verhandlungsklamauk ohne Ende. Barnier & Co. sei Dank, dass die 27 EU-Partner nicht in diesem Tollhaus untergingen. Das Kleinkind Boris ist wohl von zu vielen B-Movies mit Chickenkämpfen verdorben worden (zwei Autos rasen aufeinander zu, wer zuerst ausweicht hat verloren). In seinem Eifer hat er verpasst, dass er schon am Start verloren hatte und Barnier nur die Trümmer auflesen und Heftpflaster an GB verteilen musste. Dafür durfte die EU- Kommission Weihnachten vertagen. Ja, auch dort arbeiten Verwandte, Freunde, Nachbarn.
Ein wackeliger Deal verpackt als Weihnachtsgeschenk, wo keiner weiß, an wen das Geschenk gehen soll, das ist nur die Spitze des Eisberges der alltäglichen Politikzynismen.

Also Leute – höret die zweitausend Jahre alte Botschaft von Befreiung, Gleichheit, Gerechtigkeit und Liebe. Verschließt Augen und Ohren vor den süßen zynischen Gesänge der Andermachtbleibenwollenden (aka Politikerinnen und Politiker).
Frohes Fest.

Philipp Frankfurter

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